Auch die Gesellschaft ist gefragt – Hannelore Pfaff im Interview

Als Bürgermeisterin von Bielefeld-Gadderbaum (die Grünen) hat Hannelore Pfaff immer auch ein Auge auf die Grünanlagen in Bethel. Bei einem Spaziergang um den Ententeich haben wir uns das Gelände näher angeschaut und über die Themen gesprochen, die Menschen in den Interviews zum Ententeich lobend oder kritisch hervorgehoben haben.

Liebe Hannelore Pfaff, als Bürgermeisterin des Bezirks Bielefeld-Gadderbaum fällt auch das Naherholungsgebiet rund um den Ententeich in deinen/euren Zuständigkeitsbereich. Auf die Frage, was die Menschen am Ententeich denn mögen, befürchten oder vielleicht verändert haben möchten, wurde die zunehmende Vermüllung dieses Gebietes als Störfaktor Nr. 1 genannt. Was lässt sich aus deiner Sicht dazu sagen?

Diese Wahrnehmung teile ich absolut. Auch den Appell an das Verhalten unserer Mitmenschen. Aus meiner Sicht ist hier „gemeinsam“ das Lösungswort. Gemeinsam müssen wir uns immer wieder daran erinnern, dass wir unseren Kleinmüll doch mit nach Hause nehmen. Bücken wir uns für das Papierchen, welches aus unserer Hand fliegt, die Maske, die vom Gesicht rutscht, der Beutel Hundekot, der unangenehm ist zu tragen und noch etliches mehr … lasst uns aufmerksam sein!

Von den Grünen haben hier schon zweimal mit Erfolg sauber gemacht. Du kannst dir von der Stadt einen Caddy vor die Haustür stellen lassen. Das ist eine große rote Tonne, bestückt mit Greifern, Handschuhen und Müllbeuteln. Und dann gibst du an, wo der Müll wieder abgeholt werden kann. Das hat gut geklappt. Es war wirklich viel Müll. Unter den Fundstücken waren ein Zelt, ein Schlafsack, eine Luftmatratze, Flaschen, Mundschutz, Kleinmüll und Einkaufskörbe, die wir dann zum Marktkauf brachten.

(Wer es genau wissen will, schaut hier nach: www.bielefeld.de/umweltbetrieb/bildung/cleancaddy)

Es lohnt wirklich… das ist aber nicht die Lösung, denn das Wegräumen des Mülls der Anderen sollte nicht nur diesen wenigen Menschen übertragen sein… DA IST DIE GESELLSCHAFT GEFRAGT!

Stehen hier denn genug Mülleimer und werden sie häufig genug gelehrt?

Wie viele Mülleimer dort schon stehen, das müsste ich recherchieren. Die Leerung der Mülleimer kann in Bielefeld unter der Bielefeld-App – Menü-Punkt „Schäden melden“ –angefordert werden. Wenn man den Standort eingeschaltet hat, kann man die Adresse darüber oder über den Stadtplan mitteilen und hat die Möglichkeit, noch einen kleinen Text einzugeben. Wenn man vorher ein Foto aufnimmt, das die Situation möglichst anschaulich macht, kann man es auch hochladen. Das klappt recht gut. Alternativ kann man sich auch unter der Tel-Nr. 51-0 mit dem Umweltbetrieb oder der Stadtreinigung verbinden lassen und eine Meldung machen. (Habe ich versucht, bin aber nicht erfolgreich durchgestellt worden. Anmerkung: Bettina Dempwolf)

Wir brauchen dazu den ORT der Müllablagerung (Straße, markante Punkte), die Art des Mülls und Angaben zu der Person, die das meldet.

Insgesamt waren die meisten Befragten sehr zufrieden mit dem Angebot rund um den Ententeich und seine waldige Umgebung. Es wurden aber zum Beispiel mehr Bänke gewünscht. Was kannst du dazu sagen?

Wir haben 2 oder 3 Bänke „abgeschafft“ weil sie sehr versteckt standen und auch vom Vandalismus nicht verschont blieben. Etliche Bänke sind restauriert worden, sonst hätte man sie in diesem Jahr nicht zum Sitzen nutzen können.

Seid ihr denn offen dafür, zusätzliche Bänke, vielleicht an nicht so versteckten Orten aufzustellen?

Wenn Bänke an konkreten Orten gewünscht werden, bringen wir das gerne in die Bezirksvertretung ein.

Darüber hinaus wurde angesprochen, ob der Teich denn nicht mal ausgebaggert werden könnte, weil er so verschlammt ist.

Wenn ich mich nicht ganz täusche, ist das vor Jahren angegangen worden – da muss ich mich aber genauer schlau machen.
Vom Umweltamt habe ich zunächst folgende Infos zu dem Thema erhalten: Die Zuständigkeiten am Teich sind nicht ganz einfach. Das Umweltamt ist für den reibungslosen Abfluss des Gewässers (Kerchbach) zuständig. Da dieser durch den Teich fließt ist es also auch für das Freihalten des Teichablaufes verantwortlich. Damit endet aber auch schon deren Zuständigkeit. Der Rest (wie z. B. fischereiliche Nutzung, Rückschnitte an den Ufern, Entschlammung etc.) ist Sache des Eigentümers, also Bethel. Es gibt aber nach meinem Kenntnisstand eine Vereinbarung zwischen Bethel und Umweltbetrieb was die Pflege der Grünanlage rund um den Teich betrifft. Inwiefern der Teich dort inbegriffen ist kann ich leider nicht sagen.
Das Umweltamt hat zur Tiefe des Teiches lediglich Pläne am Auslaufbauwerk, wo eine Tiefe von 1,65m angegeben ist. Ob die Sohle dann komplett auf der Tiefe ist, geht daraus nicht hervor. An den beiden Zuläufen zum Teich haben sich aber sichtbare Anlandungen durch Sedimenteintrag gebildet. Die gibt es aber an fast allen Teichen. Zur Mitte hin ist er aber wahrscheinlich noch recht tief.

Ein Jugendlicher fand, die Wege und Sitzbänke direkt am Teich könnten mal verschönert werden.

Dazu würde mich die Idee des Jugendlichen schon sehr interessieren. Aber wo wir uns das jetzt vor Ort anschauen, sehe ich natürlich auch, dass die Steine sehr vermoost sind und die Büsche hier mal geschnitten werden könnten. Hier bräuchte man einen Hochdruckreiniger, um die Steine säubern. Vielleicht könnte das im Rahmen einer offiziellen Gadderbaum-Säuberungsaktion passieren.

Eine ehemalige Bethel-Mitarbeiterin sprach sich dafür aus, den Spielplatz zu erweitern, den dann auch Jugendliche mit Behinderungen nutzen könnten.

Wir werden ein Fitness-Gerät links neben den Spielplatz setzen lassen. Da steht es unter Bäumen etwas geschützt. Wir haben von der Stadt die Möglichkeit bekommen, dieses Sportgerät für um die 2000 Euro hier hinzusetzen. Es wird auch von ihr aufgestellt. Der Termin steht allerdings noch nicht fest. Es wird verschiedene Nutzungsmöglichkeiten haben und braucht keinen besonderen Untergrund. Hier können sich dann auch Menschen mit Behinderungen, und natürlich Jogger*innen, betätigen. Sonst haben wir ja auch auf dem Spielplatz am Bohnenbach Geräte, die man mit dem Rollstuhl nutzen kann.

Eine Hundebesitzerin fürchtet um die große Wiese zwischen Spielplatz und Ententeich, die vielleicht mit dem Sportpark verbaut wird.

Hier kann ich beruhigen, die Wiese wird meines Wissens nicht umgestaltet.

Und zu guter Letzt wurden noch bessere Gehwege für Rollstuhlfahrer gewünscht.

Da müsste ich wieder fragen, welche Gehwege? Um den Teich herum ist das meiner Meinung nach keine Schwierigkeit, auch als Rolli-Fahrer den Teich zu umrunden. Auch bei halber Umrundung kommt man immer wieder auf die Straße. Gerne höre ich, wo es besonders hakt und ob ich mich da täusche.

Das ist doch ein schönes Angebot! Wer zu den hier angesprochenen Themen noch Fragen oder Anmerkungen hat, bitte gerne hier als Kommentar einstellen. Oder schreibt Hannelore Pfaff direkt  unter: hannelorePFAFF@gmx.de

Hannelore, herzlichen Dank für das Gespräch!

Ihr möchtet den Beitrag kommentieren oder mit mir Kontakt aufnehmen? Schreibt gerne: info(ad)bettina-dempwolf.de

1 Kommentar
  1. Bettina Dempwolf sagte:

    Liebe Hannelore,
    deinen Hinweis, wie man mithilfe der Bielefeld-App bei der Müllentsorgung nachhelfen kann, habe ich ausprobiert. Im Holschebruch an der Bank lag tagelang eine große Plastikplane und anderer Müll. Habe ich genauso gemacht, wie du es beschrieben hast – am nächsten Tag war der Müll verschwunden. Super, danke für den Tipp!

    Antworten

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