Natur wirkt – aber warum ist unklar

Natur tut gut. Warum das so ist, versuchen Wissenschaftler*innen verschiedener Disziplinen schon seit Jahrzehnten herauszufinden. Die Krux: Viele Faktoren spielen eine Rolle. Dazu gehört auch das Lebensumfeld wie eine stabile Partnerschaft oder ein sicheres Einkommen. Das erschwert das Erfassen von Ursache und Wirkung. Das gilt auch für aktuelle Untersuchungen. Auch wenn wissenschaftlich noch nicht eindeutig geklärt ist, was wie warum wirkt – Natur wirkt gesundheitsfördernd. Hier ein paar Indizien zusammengetragen von Stefanie Terschüren.

„Waldbaden“ – Gesundheitsvorsorge auf Japanisch

Prof. Qing Li ist Umweltimmunologe an der Nippon Medical School in Tokio. Er gilt als Pionier der so genannten „Waldmedizin“. Die junge Disziplin ist „in“, obwohl noch sehr wenige konkrete Daten vorliegen. Schon 2012 wurde an japanischen Universitäten ein eigener Forschungszweig eingerichtet und Waldbesuche sind inzwischen Teil der Gesundheitsvorsorge in Japan.

Li sucht nach belastbaren Belegen dafür, wie Natur auf den Körper wirkt. Dazu quartierten er und sein Team 12 Testpersonen in ein Hotel ein und verströmten nachts einen Waldluftmix in der Hälfte der Zimmer. Am nächsten Tag wiesen die Blutproben genau dieser Probanden eine deutlich höhere Zahl und Aktivität der Killerzellen auf.

Der Waldexperte hat sein Quartier an einer viel befahrenen Straße in einer der größten und am dichtesten bevölkerten Städte der Welt: in Tokio. Aber wenn Qing Li vom Computer aufblickt, sieht auch er ein paar Bäume. Sie stehen in einem Park neben einem berühmten Schrein. Dort wachsen Ginkgos, Kirschbäume, eine 300 Jahre alte Azalee. Täglich flüchtet der Professor für Umweltimmunologie in seiner Mittagspause auf diese grüne Insel. „Natürlich machen wir dann nicht einfach einen Spaziergang“, schreibt er in seinem Buch Forest Bathing. Der Professor praktiziert mit seinen Studenten Shinrin-yoku, Waldbaden: „Schau dir die Farben der Bäume an, atme tief ein, hör die Blätter rauschen. Wenn du müde bist, darfst du dich ausruhen, wo und wann du willst. Wenn du durstig bist, darfst du etwas trinken, wo und wann du willst. Dreckige Hände machen dich gesund. Waldgänge klären deine Gedanken.“ How trees can help you find health and happiness lautet der Untertitel seines Werks.

In einer anderen Studie schickte der Wissenschaftler zwölf Proband*innen einen ganzen Tag lang in den Wald. Die Blutanalyse danach ergab, dass der Gehalt an natürlichen Killerzellen um fast 40 Prozent gestiegen war. Killerzellen töten Viren ab und zerstören Krebszellen. Zur dauerhaften Stärkung des Immunsystems empfiehlt Quing Li zwei Waldtage pro Monat.

200 bis 300 Minuten wöchentlich draußen verbracht, macht glücklich, sagen britische Forscher*innen

Forscher*innen der Universität Exeter in Großbritannien untersuchten zwischen 2014 und 2016 Daten von rund 20.000 Menschen. Das ist die bislang weltweit größte Erhebung zum Thema Mensch und Natur. Dies berichteten DER SPIEGEL im Juni 2019 in seiner Rubrik „Gesundheit“.  In Interviews stuften sich die Teilnehmer*innen selbst in Bezug auf ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden ein.

Die Exeter-Forschungsergebnisse wurden in „Scientific Reports“ veröffentlicht. Das Ergebnis: Im Vergleich zu Menschen, die während einer Woche gar keine Zeit in der Natur verbrachten, waren Teilnehmende der Studie, die zwei oder mehr Stunden draußen waren, häufig gesünder und glücklicher. Ab 200 bis 300 Minuten pro Woche in der Natur zeigten sich die größten Auswirkungen.

Bei der Auswertung beobachteten die Forscher*innen bei verschiedensten Gruppen positive Auswirkungen von Auszeiten in der Natur:

  • Bei Frauen und Männern,
  • Menschen unter und über 65 Jahren,
  • Menschen mit unterschiedlichen beruflichen Hintergründen,
  • Menschen verschiedener ethnischer Gruppen,
  • Bewohnern von reichen und armen Vierteln und
  • auch bei Menschen mit chronischen Erkrankungen und Behinderungen.

Dabei war es nicht relevant, ob die Teilnehmer*innen auf einmal zwei Stunden oder länger in der Natur verbrachten oder mehrere kurze Besuche unternahmen. Bei Zeiten unter zwei Stunden zeigte sich kein signifikanter Unterschied des Gesundheitszustands oder des Wohlbefindens gegenüber den Teilnehmern, die gar keine Zeit in der Natur verbracht hatten.

Auch wenn die Ergebnisse statistisch aussagekräftig sind, räumen die Forscher*innen ein, dass der Einfluss der Natur im Vergleich relativ klein sei. Demnach wirke es sich zum Beispiel stärker aufs Wohlbefinden aus, ob ein Mensch Single ist oder in einer Beziehung lebt und welchen sozioökonomischen Status er hat.

Hinzu kommt, dass die Wissenschaftler*innen die positive Wirkung auf die Gesundheit zwar auch bei chronisch Kranken nachweisen konnten. Trotzdem können sie nicht ausschließen, dass die Ergebnisse auch dadurch beeinflusst wurden, dass glückliche und gesunde Menschen mehr Zeit in der Natur verbringen.

Aufenthalt in der Natur senkt den Stresshormonspiegel nachweislich

Prof. MaryCarol Hunter, Umweltpsychologin an der Universität Michigan hat herausgefunden, dass schon 20 bis 30 Minuten in einer Umgebung, die einem ein Gefühl von Natur vermittelt, ausreichen, um effektiv den Cortisolspiegel im Körper zu senken. Cortisol, auch als Stresshormon bezeichnet, wird in der Nebennierenrinde hergestellt und in der Leber abgebaut. Dauerhaft erhöhte Cortisolwerte, etwa durch chronischen Stress, können zu Übergewicht führen, das Immunsystem schwächen und Herz-Kreislauf-Störungen, Depressionen und eine Reihe weiterer Erkrankungen begünstigen.

Die Wissenschaftler*innen hatten einer Gruppe von 36 Freiwilligen, darunter 33 Frauen und drei Männer, eine regelmäßige „Naturpille“ verordnet: Die Probanden sollten mindestens drei Spaziergänge pro Woche in der Natur unternehmen mit einer Dauer von zehn Minuten oder mehr. Vor und nach den Experimenten entnahmen die Teilnehmer eine Speichelprobe, die sowohl auf die Cortisolwerte untersucht wurde als auch auf die sogenannte Alpha-Amylase. Dieses Enzym stammt aus dem Verdauungstrakt und ist bekannt dafür, dass der Körper es bei Stress vermehrt ausschüttet.

Weil sich die Biomarker physiologisch mit der Tageszeit ändern, wurden diese Tagesschwankungen bei der Berechnung berücksichtigt. Die Probanden durften zudem 30 Minuten, bevor sie die Speichelprobe entnahmen, nicht essen oder trinken, da Nahrungsmittel insbesondere die Alpha-Amylase stark beeinflussen können.

Die Freiwilligen konnten den Tag, die Dauer und den Ort ihres Naturerlebnisses selbst bestimmen, damit es zu ihrem individuellen Lebensstil passte. Sie mussten allerdings einige Stressfaktoren minimieren: „Sie sollten die „Naturpille“ bei Tageslicht nehmen, keine sportlichen Übungen machen und Social Media, das Internet, Telefonanrufe, Unterhaltungen und Lesen vermeiden“, sagt Hunter.

Bereits nach 20 Minuten Naturerlebnis hatte sich der Cortisolspiegel bei den Probanden deutlich gesenkt. Am meisten reduzierte sich das Stresshormon, wenn die Teilnehmer etwa 20 bis 30 Minuten sitzend oder gehend im Grünen verbrachten. Hielten sich die Teilnehmer noch länger im Freien auf, nahm das Cortisol zwar weiterhin ab, allerdings nicht so stark wie in den ersten 20 Minuten. Bei der Alpha-Amylase war der Unterschied lediglich bei jenen Probanden deutlich messbar, die sich während der Zeit im Freien kaum bewegten, also zum Beispiel auf einer Bank saßen.

„Wir wissen bereits, dass es Stress reduziert, wenn man Zeit in der Natur verbringt“, sagt die Ökologin und Hauptautorin der Studie, MaryCarol Hunter. „Bislang war aber unklar, wie lange und wie oft man in die Natur gehen sollte und auch, welche Art von Naturerfahrung uns nützt.“

Bäderverband Mecklenburg-Vorpommern: Natur tut gut, weil es zu unseren Ursprüngen zurückführt. 

„Ein Blick auf Berggipfel, ins Grün eines Waldes oder aufs Wasser führt uns zu unseren Ursprüngen zurück“, sagt Angela Schuh vom Lehrstuhl für Public Health und Versorgungsforschung an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Die Journalistin Hella Kemper hat in einem Artikel zum Thema „Waldbaden“ für Zeit online folgendes herausgefunden.

Schuh ist Professorin für Medizinische Klimatologie und hat im Auftrag des Bäderverbandes Mecklenburg-Vorpommern aktuelle Studien daraufhin ausgewertet, ob naturbelassene Landschaft positive Effekte auf Gesundheit und Wohlbefinden hat. Bäume anzuschauen tut gut, aber auch das Mikroklima hat einen Effekt.

„Wir wissen, dass Menschen im grünen Umfeld schneller gesund werden“, sagt Schuh. Die Atmosphäre des Waldes, das gedämpfte Licht, die Stille, die Anwesenheit von Wasser ließen uns zur Ruhe kommen. „Wir fühlen uns weniger gestresst. Wir erholen uns, schlafen besser. Der Wald wirkt entschleunigend, die frische, kühle Luft stärkt und vitalisiert.“

Hanns Hatt, renommierter Geruchs- und Geschmacksforscher an der Universität Bochum, gehört zu den Kritikern der „Natur macht gesund- These“. Dies hat er in einem Artikel von Zeit online deutlich gemacht. Er hat zwar in Studien nachgewiesen, „dass Düfte selbst dann wirken, wenn man sie gar nicht riechen kann. Denn der Vorgang hat streng genommen nichts mehr mit Riechen zu tun, sondern mit der Aufnahme von chemischen Molekülen.“ Aber in Studien sei es schwer, psychologische und pharmakologische Effekte auseinanderzuhalten.

Hatt hält die Konzentration der Duft- und Botenstoffe der Bäume für zu gering, um einen physiologischen oder gar pharmakologischen Effekt zu erzeugen. „Die Duftmengen sind ja nur minimal. Ich müsste tagelang im Wald spazieren, damit die Menge ausreicht.“

Hatt sagt, dass es nicht die Düfte selbst sind, die uns guttun, sondern das Duftmuster. „Die meisten Menschen erinnern sich an schöne Walderlebnisse: an einen Spaziergang, als sie wahnsinnig verliebt waren. Oder ans Pilzesammeln mit der Großmutter. Die Konditionierung durch Wald ist fast immer positiv. Unsere Erfahrung ist: Im Wald ist es schön, er tut mir gut.“

Auch die Münchner Klimatologin Angela Schuh geht von konditionierten Effekten aus: „Terpene, ätherische Öle, feuchte Erde und die vermodernde Vegetation vermitteln den ganz besonderen Geruch, der von vielen Menschen mit angenehmen Kindheitserinnerungen verbunden und mit Natur assoziiert wird.“ Ist die Wirkung des Waldbadens also mit einer glücklichen Kindheit im Matsch zu erklären?

Waldbaden entfalte insbesondere bei Schlafstörungen, depressiven Gedanken, psychischen Belastungen oder der Aufmerksamkeitsstörung ADHS wohltuende Wirkung, erläutert Gisela Immich, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Public Health und Versorgungsforschung der Ludwig-Maximilians-Universität München, die Effekte des Waldbadens. „Allerdings können dadurch weder Medikamente noch eine Psychotherapie ersetzt werden“, präzisiert sie: „Waldbaden wirkt rein präventiv, ist also eine Maßnahme allgemeiner Gesundheitsvorsorge.“ Zurzeit arbeitet ihr Lehrstuhl an einem Kriterienkatalog für Kur- und Heilwälder, mit deren Einrichtung sich die bayerischen Heilbäder und Kurorte die Heilkraft des Waldes zunutze machen wollen. In Studien zeigen Forscher, dass Menschen offene, abwechslungsreiche Landschaften bevorzugen, die Überblick und Schutz zugleich bieten, also Grünflächen mit Bäumen und Gewässern, Wälder mit Lichtungen. Es wird vermutet, dass solche Landschaften an ostafrikanische Savannen, der Wiege des Homo Sapiens, erinnern könnten.

Etabliert hat sich bereits ein Waldtrainingsprogramm für Heimbewohner*innen, entwickelt von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Rund 100 Pflegeeinrichtungen in 14 Bundesländern bieten es mittlerweile an. Das sogenannte „Lübecker Modell Bewegungswelten“ ist ein körperlich, geistig und sozial aktivierendes Präventionsprogramm für ältere Menschen, die bereits körperliche und kognitive Einschränkungen haben.

4 Kommentare
  1. Jens Jürgen Korff sagte:

    Gut zu sehen, dass der Effekt auch messbar ist. Ansonsten bemerke ich ihn einfach durch Eigenbeobachtung. Ich merke ja, wie ich ruhig und heiter werde, wenn ich Bäume betrachte, Schmetterlinge, Libellen oder Enten beobachte, den Blättern beim Rauschen und dem Bach beim Murmeln zuhöre. Der Grund bei mir jedenfalls ist vor allem der, dass ich in dieser Zeit nicht über ein ungünstig verlaufenes Gespräch nachgrüble und mich nicht frage, wie ich diese und jene Schwierigkeit, die auf mich zukommen könnte, meistern soll. Ich bin also geistig nicht mit Vergangenheit oder Zukunft beschäftigt, sondern in einer Gegenwart, die nicht bedrohlich ist und sogar erheiternd sein kann (tanzende Schmetterlinge, schnatternde Enten). Da Naturkulissen eine sehr vielfältige und sich ständig wandelnde Gegenwart zur Verfügung stellen, kann ich mich voll und ganz, mit allen Sinnen, darauf einlassen, mal die Schönheit der Landschaft bewundern, mal den Flug einer Krähe. Das wirkt wie eine Meditation oder wie autogenes Training. Ja, auch das Tempo, in dem sich die Naturkulisse wandelt, beruhigt uns: denn es ist langsam im Vergleich mit Autoverkehr oder Gesprächssituationen, aber doch schnell genug, um nicht langweilig zu werden.

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    • Stefanie Terschüren sagte:

      Absolut! Auch ich empfinde das so. Das Sein im Hier und Jetzt bringt Erholung. Und es gibt genug zu sehen. Lupinen, die langsam bunt erblühen, Insekten, die sich daran laben und die Pracht, die nach und nach wieder vergeht – wunderbar. Die Wirkung von Düften, Winden und dem Schauspiel der Natur – das hat etwas Ursprüngliches, das mich auf den Boden zurückholt und dem Denken eine Pause gönnt. Für mich als Journalistin ist es interessant, zu sehen, wie viele Forscher*innen sich weltweit schon mit diesen Phänomenen beschäftigt haben.

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  2. Andreas Niepel sagte:

    Hallo,
    auch wenn für mich diese wissenschaftliche Diskussion eine wirklich nicht Unbekannte – und auch eine nicht Unwichtige – ist, so erinnert sie mich manchmal an folgende theoretische Situation: Nehmen wir doch einmal einen kompletten EDV-Trottel (wie ich es beispielsweise bin), der aber dennoch ein Handy besitzt – und da mittlerweile echt Vieles mit machen kann. Und nun gehe ich Trottel beispielsweise einmal davon aus, dass es ein iphone ist, einfach, weil ich mal gelesen habe, was die alles so können –und: Ich kann ja echt viel. Wie gesagt: Trottel.
    Ich bin halt dennoch mittlerweile sehr geübt und sicher darin, Mails zu lesen, online den Wetterbericht zu studieren, ja, ich weiß sogar wo man die Fotos wiederfindet oder dass man damit Musik hören kann – kurzum ich kann mit meinem Handy halbwegs umgehen, habe damit meine Erfahrungen gemacht, ich profitiere davon!
    Aber dann sagt mir plötzlich jemand, (der sich auskennt – kein Trottel) das Ding sei gar kein iphone sondern beispielsweise ein Androidgerät und erklärt mir weiter, dass die halt Vieles nicht können.
    Folglich hat sich dadurch zwar ein grundsätzlicher, ja basaler Teil meiner Erkenntnis komplett verändert, aber doch nicht die Tatsache, dass ich weiterhin mit dem Ding mailen, fotografieren und all das Andere tun kann, sprich alle meine Erfahrungen und Kenntnisse stimmen trotz meiner falschen Grundannahme weiterhin.
    Was ich sagen will, ist, dass es letztlich möglicherweise weniger entscheidend sein kann, dass der Wald oder generell die Natur mit all dem was sie so bieten, deswegen guttun, weil da auf chemischer Ebene Terpene wirken oder aber, weil diese Düfte bei mir Erinnerungen wecken. „Entscheidend ist auf`m Platz“möchte man sagen. Ja, das geht ein wenig in die Richtung „Wer heilt hat recht“ ich weiss… Wozu ich aber damit gerne mit diesem krummen Beispiel anregen würde, dass wäre jene Idee, bei der Betrachtung der beiden Interaktionspartner Natur und Mensch nicht immer auf der Seite der Natur anzufangen und dort basale Gründe für Wohlempfinden zu suchen, sondern einmal beim andern Partner, dem „Nutzer“ zu beginnen – und damit mit der Frage, was er denn so braucht, vielleicht auch was ihm anderswo fehlt und dann in der Folge erst, was ihm daher denn so die Natur bringt, welche Erfahrungen er dadurch macht, wie er davon profitiert.
    In der Gartentherapie machen wir dieses ziemlich regelmäßig und zwar konkret am Garten und am Gärtnern fest – und auch diese beiden Dinge haben ja sehr sehr viele Menschen in der Pandemie für sich als wohltuend entdeckt. Haben ihre Erfahrungen gemacht, haben davon profitiert. Und so stellt sich die Frage: Was machte das mit uns, was fehlte uns, und welchen Ersatz konnten denn dabei die Gärten bieten. Wovon profitiert ein Mensch in einer solchen Stress-Situation konkret?
    Kann man auch ganz generell so beschreiben: Also: Was braucht ein Mensch, ach machen wir es konkret: Was brauchen SIE zum Wohlempfinden? Und dann lohnt es sich als Nächstes zu schauen, ob das irgendwie beeinträchtigt ist – Und – dritter Punkt: Wenn dem so ist: Ob, – wie und auch welcher Garten und welche Art zu gärtnern Ihnen denn dabei dann helfen kann?
    Denn: In der Diskussion um positive Wirkungen von Natur (und Gärten) läuft die Kausalkette sehr häufig in Richtung : A: Garten oder Natur bieten etwas, beispielsweise Bewegungs- oder Wahrnehmungsreise, dann B: daher kann man das nutzen, indem man dieses oder jenes macht und schließlich C: daher ist es gut für folgende Personen oder Therapieziele.
    Interessanterweise wird in der Therapie aber genau andersrum gedacht. Also A: Mit wem habe ich es zu tun und was will ich erreichen, dann B: Was kann und sollte ich praktisch tun, um dieses zu erreichen und schließlich C: was für Dinge oder Settings benötige ich um genau diesen Plan umzusetzen.
    Ja, mir ist schon klar, dass es spannend und auch bedeutsam ist darüber nachzudenken, was denn Natur alles so im Angebot hat, sagen wir mal chemisch oder auch psychologisch. Aber auch wir sind halt alle sehr spannend, zudem auch noch sehr individuell, so dass diese Denkrichtung doch auch mal sinnvoll wäre.

    Dies ist ein Beitrag von Andreas Niepel:

    URL: http://www.gaerten-helfen-leben.de

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